Der zweite Tag startete mit einem ausgiebigen Frühstück um 7 Uhr morgens, das Camp verließen wir um 8. Heute erwartete uns eine herausfordernde Etappe. 1.000 Höhenmeter mussten erklommen werden, für einige von uns war die Zielhöhe von 3.720m bereits ein Rekord. Nach einer halben Stunde verließen wir den Regenwald und konnte den Gipfel zum ersten Mal sehen: Der Uhuru Peak auf 5.895m – zu diesem Zeitpunkt waren noch fast 3.000 Höhenmeter zu absolvieren.

Die Vegetation reduzierte sich nun auf kleinere Büsche, die mit den immer extremeren Bedingungen in dieser Höhe zurecht kommen. Heute bekamen auch die ersten von uns die ersten Symptome der Höhenkrankheit wie Kopfschmerzen, mutmaßlich aufgrund zu geringer Flüssigkeitsaufnahme. In der Höhe reagiert der Körper auf den geringeren Sauerstoffgehalt mit beschleunigter Atmung, was in Kombination mit der niedrigen Luftfeuchtigkeit zu einem erhöhten Flüssigkeitsbedarf führt. Während die meisten von uns auf Meereshöhe nicht mehr als 1,5 Liter Flüssigkeit trinken, mussten wir dies am Berg mehr als verdreifachen. Bis zu 5 Liter am Tag sind hier angemessen.

Da die meisten von uns ein Trinksystem verwendeten, was im Großen und Ganzen eine Wasserblase im Rucksack ist, konnten wir nicht sehen, wieviel wir schon getrunken hatten. Ich hatte mich hierauf auf eine spezielle Weise vorbereitet: Ich wollte wissen, wie viel und wie oft ich innerhalb einer bestimmten Zeitspanne trinken kann beziehungsweise muss. Was ich also zu Hause getan habe, war, das Trinksystem aufzufüllen und auf eine Küchenwaage zu legen, um so herauszufinden, wieviel Wasser nach einmaligem Trinken „fehlt“. Auf diese Weise wusste ich, dass ich zweimal innerhalb von 10 Minuten in einer Zeitspanne von sechs Stunden trinken konnte. Eventuell ein bisschen übertrieben, hat für mich aber super funktioniert… 😉

 

Datenblatt Tag 2:

  • Starthöhe: 2.720m
  • Zielhöhe: 3.720m
  • Anstieg: 1.000m
  • Distanz: 12,5km

Höhen – Distanz – Diagramm:

Folge mir zum Tag 3 – Akklimatisierungstag…