Wenn man sich entscheidet, den Kilimanjaro zu besteigen, muss man sich entscheiden, welche Route man wählt, da es eine Handvoll Möglichkeiten gibt, den Gipfel zu erreichen. Einige sind länger und benötigen einige Tage mehr, andere sind kürzer, dafür aber herausfordernder auf den einzelnen Etappen. Es gibt allerdings nur eine Route, die es erlaubt, in kleinen Hütten zu schlafen, anstelle eines Zeltes. Diese Route heißt Marangu Route, da sie im Dorf Marangu startet, genauer am Marangu Gate zum Nationalpark. Sie wird oftmals auch die Coca-Cola-Route genannt, da sie als einfachste Route angesehen wird. Interessant hierbei ist allerdings die Tatsache, dass es ebenfalls die Route mit der höchsten Misserfolgsquote ist. Wie passt das nun also zusammen?

Die Antwort ist recht einfach: Es gilt als die einfachste Route, da sie technisch nicht anspruchsvoll ist. Man braucht kein Bergsteiger zu sein. Im Grunde ist es ein ruhiger Wanderweg zum Gipfel. (zugegebenermaßen mit einem konstanten Anstieg von 10%). Sie ist zudem recht komfortabel. (oder zumindest die am wenigsten unkomfortable Route, die es gibt *G*)

Es ist zudem die Route, die dich in der kürzesten Zeit zum Gipfel, dem Uhuru Peak, bringt. Man braucht „nur“ sechs Tage um hoch- und wieder herunter zu wandern, wobei man auf den anderen Routen bis zu neun Tage benötigt. Doch wie immer gibt es eine gute und eine schlechte Seite. Der Körper benötigt Zeit, um sich an die Höhe zu gewöhnen und anzupassen. Wissenschaftler sagen, dass man seine Schlafhöhe um nicht mehr als 300 bis 500 Meter pro Tag erhöhen sollte. Auf der Marangu Route verdoppelst du das einfach mal. Wenn man sich an irgendeinem Punkt der Wanderung verausgabt, ist es recht unwahrscheinlich, dass man es bis zum Gipfel schafft.

„Pole Pole“ ist daher das Motto am Berg, „langsam langsam“ auf Suaheli. Das bedeutet, dass du sogar am ersten Tag, wenn du noch top fit und ausgeruht bist, langsam losläufst. Tatsächlich ist es eine neue Definition von „langsam“. Auf einer normalen Wanderung im Training kann ich bis zu 6 Kilometer pro Stunde schaffen, wenn ich langsamer wandere und das Terrain schwieriger wird, auch mal 3-4 Kilometer pro Stunde. Am Kilimanjaro fängt man mit 1,5-2 km/Stunde an. Somit schafft gerade mal einen Kilometer in einer halben Stunde. Das Ziel hiervon ist, den Puls kurz über der Ruhefrequenz zu halten, da dies dir die Energie spart, die du am Gipfeltag benötigst.

Einige Fakten:

  • Gesamtdistanz: 70km
  • Höhenmeter total: >4.000m
  • 6 Tage
  • 5 Klimazonen
  • 3 Camps (Huts)
  • 1.000m Anstieg pro Tag
  • 6h Wanderung pro Tag

Folge mir zu Tag 1: vom Marangu Gate zur Mandara Hut